Yesterland

Goldene Jahre der Kindheit, sie sind verbunden mit dem Namen von Walt Disney. Dumbo, Susie und Strolch, Goofy, Peter Pan, sie alle ließ der große Visionär des Trickfilms in Themenparks auferstehen, Generationen von Kindern erfreuten sich daran. Wenngleich Themenparks in Orlando, Anaheim oder Paris auch heute noch dankenswerterweise als Konservatorien von Kinderträumen dienen, sind sie doch dem Zeitgeschmack unterworfen. Technisch oder geschmacklich in die Jahre gekommene Attraktionen werden abgerissen und durch neue ersetzt. So passt der futuristische Pavillon, mit dem Monsanto in den 60er Jahren die Gentechnik pries, nicht mehr in den aktuellen Diskurs. Tomorrowland wäre vom Morgen längst eingeholt, wenn es sich nicht ständig erneuern würde. Trotz ihres unschätzbaren Werts durch die Verankerung in kollektiven Kinderträumen setzt niemand alten Attraktionen wie “Captain Eo” (mit Michael Jackson) oder “Moonrocket” mit dem Café Moonliner (“Delivering Refreshments to a thirsty galaxy”) ein Denkmal. So gesehen, ist die Arbeit der Erfinder von Yesterland nicht hoch genug einzuschätzen. Auf ihrer Website ist viel verewigt, was einst in den Themenparks in Florida und Kalifornien zu sehen war. Zum Beispiel der Coca-Cola-Pavillon (Bild) oder die 30 Jahre lang dem Tiki-Kult huldigende Tahitian Terrace, die 1993 durch das kurzlebige Aladdins‘s Oasis ersetzt wurde. In unzähligen Fotos schwelgend, die leider zu oft ästhetischen Verfall dokumentieren, lässt sich so mancher Betrachter zu folgendem Ausspruch verleiten: Früher war alles besser.

Mit einem Dank für den freundschaftlichen Hinweis von Thomas Weiß auf “Yesterland”.