Der Tatort ist die älteste Krimireihe im deutschen Fernsehen und wurde seit 1970 mehr als 850 Mal ausgestrahlt. Das Buch „Schauplatz Tatort“ von Udo Wachtveitl, Alexander Gutzmer, Guido Walter und Oliver Elser nimmt erstmals die Architektur im Tatort ins Visier.

Ein geheimnisvolles Haus

Ein geheimnisvolles Haus
11.05.2015

 
Ein sonniger, kühler Frühlingstag in Essen. In Katernberg herrscht sonntägliche Ruhe. Nichts ungewöhnliches im Bergarbeiterstadtteil. 1986 schloss die Zeche Zollverein, 1993 die Kokerei. Eine Zäsur für den Stadtteil, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts um die Zeche herum gewachsen war. Die Industrie ging. Dann die Arbeitsplätze und zuletzt die Zechenhäuser. Die Abrissbirne suchte ganze S… Weiterlesen

Orte des Bösen, Teil 3

Orte des Bösen, Teil 3
28.01.2014

Der Tod im Tatort nahm seinen Weg von den Wohnzimmerverbrechen der 70er Jahre hin zu den Orten, die aus der Sicht des Bürgertums gefährlich sind. Niemand brachte diese Haltung besser auf den Punkt als Aktenzeichen XY-Moderator Eduard Zimmermann, der den Fall eines Mordes in der Sado-Maso-Szene mit folgenden Worten anmoderierte: “Meine Damen und Herren, der nächste Fall führt uns in eine Welt, die den… Weiterlesen

Orte des Bösen, Teil 2

Orte des Bösen, Teil 2
20.01.2014

Der typische Tatort im Tatort ist seit Beginn der ARD-Krimiserie im Jahr 1970 in den meisten Fällen ein einsamer Ort, der sich dem öffentlichen Auge entzieht. Logisch, denn der Mörder möchte ja nicht gleich erwischt werden. Hier die zehn Orte mit der höchsten Todeswahrscheinlichkeit im Tatort:
 
 
 
1. Das nächtliche Ufer eines Sees
2. Autobahnraststätte
3. Wohnzimmer einer Villa
4.… Weiterlesen

Orte des Bösen, Teil 1

Orte des Bösen, Teil 1
10.12.2013

Der Blick in den Lauf einer Pistole, ein Schreckensschrei und dann der Schuss – dieses klassische Kintopp-Szenario ist im modernen „Tatort“ verpönt. Doch in seinen Gründerjahren ab 1970 war die Krimireihe durchaus beeinflusst von hölzernen Kriminalistik-Darstellungen, die etwa Durbrigdes “Das Halstuch” (1961) oder die Filme der Edgar Wallace-Reihe prägten. Ein gemeinsames… Weiterlesen

Tränen am Tränenpalast

Tränen am Tränenpalast
19.11.2013

Berlin ist eine Baustelle. Wenn eines gleich bleibt, dann der stete Wandel. Gleich zwei Binnenweisheiten, die aber in der Tatort-Stadt Berlin ihre Berechtigung haben. Wer sich davon überzeugen will, sollte sich auf die Spuren der “Tatort-Tour” heften, die an
unregelmäßigen Terminen am ARD-Infocenter in der Wilhelmstraße am Reichstagufer startet. An einem windigen, sonnigen Tag haben sic… Weiterlesen

Frankfurt, die Hauptstadt des Verbrechens

Frankfurt, die Hauptstadt des Verbrechens
12.11.2013

Am Main begann der Tatort mit “Frankfurter Gold”. In der 1971 ausgestrahlten Folge ermittelt der von Klaus Höhne gespielte Kriminalkommissar Konrad im Fall von Johannes Stein. Über den es gleich zu Beginn tadelnd heißt, das er zu jenen Leuten zählt, welche schon in jungen Jahren entdeckten, das Geld verdienen am angenehmsten ist, wenn man dabei wenig ins Schwitzen gerät. Stein (Bild unten) gi… Weiterlesen

Wo Tatort-Kommissar Haferkamp Bulletten aß

Wo Tatort-Kommissar Haferkamp Bulletten aß
05.11.2013

Der Essener Tatort “Fortuna III” ist eine Ausnahme. Die Folge wurde fast ausschließlich in Essen gedreht. Die gern in München und Umland produzierten Haferkamp-Tatorte spielten zudem selten im Arbeitermilieu. Essen als Arbeiterstadt und Industriestandort mit seinen Hochöfen, Bahn- und Industriegeländen diente eher als Kulisse für Verfolgungsjagden, die Haferkamp im Audi 80 L (E-MJ 95… Weiterlesen

Schimanskis Wohnung

Schimanskis Wohnung
23.10.2013

Der Mann im rostroten T-Shirt sieht seine Stadt am Fenster. Schemenhaft zeichnet sich Duisburgs Industriekulisse vor dem graugrünen Himmel ab. Thyssen-Stahlwerk, Hochofen, Qualm. “Leader of the Pack” von den „Shangri-Las“ dudelt aus dem Kassettenrekorder. Der Mann hat keine saubere Pfanne. Er trinkt sein Ei aus dem Glas. Kalt und roh. Spiegeleier sind was für Weicheier.
In der Tristesse… Weiterlesen

In diesem finsteren Tunnel machte Kommissar Schimanski seine Stunts

In diesem finsteren Tunnel machte Kommissar Schimanski seine Stunts
14.10.2013

Thanners Wohnung lag am Brückenturm in Duisburg. Von dort aus geht es die Dammstraße herunter, bis zu der Stelle, an der Horst Schimanski in “Duisburg-Ruhrort” zu seiner ersten Leiche, passenderweise der eines Binnenschiffers gerufen wird. “Damals stand der Pegel Ruhrort so hoch, dass die Frauen vom Balkon aus den Kapitänen die Hand reichen konnten”, sagt Stadtführerin Dagmar… Weiterlesen

Hotel Schimanski

Hotel Schimanski
07.10.2013

Duisburg-Ruhrort, Neumarkt. Ein frischer Wind geht hier heute, deutlich stärker als an jedem Tag, an dem Frau Poppinga in “Duisburg-Ruhrort” 1981 im Hinterhof Wäsche aufhing. Das Haus der Poppingas am Neumarkt ist abgerissen. Wer aber durch die Gitterstäbe sprüht, kann noch die alten Garagen im Hinterhof entdecken. Zwei Straßenecken weiter, an der Harmoniestraße 45, findet sich mit dem &… Weiterlesen