Hotel Holidaycheck

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Der Empfang war so kühl wie der Drink warm war. Chaos herrschte an der Rezeption bei unserer Ankunft, das Personal dort schien nicht ausgebildet zu sein. Unmöglich, sich in englischer Sprache zu verständigen. Wir warteten vier Stunden in einem Pulk von verärgerten Menschen, um nach langer Anreise endlich unser Zimmer zu bekommen. Wir entschieden uns für die Anlage, weil im Katalog ein schönes Ferienhaus abgebildet war. Tatsächlich quartierten sie uns in einem winzigen Appartement, in einem abgewohnten, total verschmutzten dreistöckigen Plattenbau ein. Das Gebäude, in dem sich unser Zimmer befand, war meistens ohne Strom. Auf dem Weg dahin stolperte man im Dunkeln über halbleere Kuba-Libre Pappbecher.
Die Eingangstür sah aus, als würde hier öfters eingebrochen. Das Schlafzimmer inklusive Bett/Bettdecke müffelte grausam, wie die Pest. Die im Katalog angepriesene gemütliche Bestuhlung bestand aus vier abgesessenen Plastikklappstühlen. Hinzu kam, das auf jedem noch so kleinen Einrichtungsgegenstand Strichcodes prangten. Wir wähnten uns auf einer Versteigerung für Gebrauchtmöbel. Die Einrichtung war total veraltert, verschmutzt, beschädigt. Das Zimmer insgesamt abgewohnt. Noch schlimmer die Matratzen. Sie luden dazu ein, lieber auf dem Fußboden zu schlafen. Die altmodische Ausstattung war scheinbar in den 70ern stehen geblieben – alles wirkte altbacken.

Die hygienischen Zustände im Bad kann man nur als Riesenfrechheit bezeichnen. Armaturen verkalkt, klebrig und von Schimmel befallen. Tür dreckig, Fliesen zerbrochen, einfach ein Graus. Die Toilette nicht gereinigt, Schimmelbefall an Fliesen und Duschvorhang. Von Sauberkeit keine Spur, einfach widerlich. Das Warmwasser in der Dusche reichte knapp für eine Person. Keine Chance auf Reklamationen, an der Rezeption schnauzten sie uns nur an. Dem Personal war alles egal! Wer als lästiger Gast sein Anliegen dem Chef persönlich überbrachte, erlebte eine Überraschung. Ein überforderter Choleriker, der anstatt Probleme zu lösen, Gäste anbrüllt, sie sollen lieber ruhig sein. Den Kothaufen in der Umkleidekabine ließ er eine ganze Woche nicht beseitigten. Die Putzfrauen wischten ohnehin den Dreck nur von A nach B. Mit einem einzigen Lappen durch alle Zimmer! Die Kaffeemaschine war total verkalkt. Kleiner Tipp: Zuerst in die Kaffeemaschine schauen, bevor man Kaffee aufsetzt. Im Kühlschrank fehlte die Tür zum Gefrierfach. In den Betten war kein Schlafen möglich, da die Matratzen komplett durchhängen. Unter den Betten Schmutz der letzten Bewohnern. Am Kühlschrank fehlte der Deckel des Gefrierfaches. Einfrieren nicht möglich. Hab dort mein Bier eingekühlt, da sonst keine Kühlleistung. Besteck unbedingt selber mitbringen, Messer schneiden nicht, Gabeln verdreckt. Die Fenster öffneten wir nie. Wegen des Gestanks der Kläranlage neben dem Hotel, die leider manchmal überläuft.

Das Rezeptionspersonal gab sich unfreundlich und uninteressiert. Hauptsache, man hat bezahlt. Zimmerreinigung, Bettwäschetausch und Handtuchtausch gab es nicht.
Wenn man Glück hatte, konnte man einer herumspazierenden Putzfrau ein frisches Handtuch abluxen. Beschwerden nahm niemand entgegen. Wenn man kein Trinkgeld hinlegte, machten sie das Zimmer nicht sauber und wechselten auch die Handtücher nicht aus.

Der Eingangsbereich des Hotels wirkte billig. Durchs Foyer huschte am zweiten Tag eine Ratte. Das Personal dort hatte es keine Lust, unsere Beschwerden anzuhören. Die taten auf blöd, als ob die einen nicht verstehen. Wenn man aus dem Zimmer den Empfang anrief, legten sie auf. Das Personal als mürrisch zu bezeichnen, ist noch untertrieben. Kein Bakschisch, kein Service.
Wenn man den Speisesaal suchte, folgte man unten einfach den vielen Fliegen. Der Raum selbst erinnerte an eine russische Truppenkantine. Die Kellner waren unfreundlich bis genervt. Überfordert und unverschämt. Der Speisesaal-Wächter schrie Gäste sogar an. Das Essen schmeckte nicht, war oft schon kalt. Es setzte sich ausschließlich aus billigsten Komponenten wie Formfleisch, Formfisch und Dosengemüse zusammen. Das Gemüse war verkocht, die Pommes schwabbelig, Nudeln verkocht. Aus dem Salat krabbeln Käfer raus. Bei Fleisch standen sehniges Hühnergulasch mit ganzen Salatstauden und Leber schwimmend in Spaghetti zur Wahl. Es hieß, dass das Personal seit Jahren die besten Stücke Fleisch zur Eigenverwertung aus dem Hotel herausbringt. Im Wechsel gab es Fisch, den roch man schon beim Verlassen des Appartements, und Hackbällchen. Dazu täglich nichts außer Melone. Die Kellner sammelten Brot von benutzten Tellern ein und boten es wieder an, selbst von Tellern mit Joghurt- oder Eireste darauf. Das beobachteten andere Gäste auch mit Wassermelonen. Essensreste verwerteten die Kellner drei bis vier mal weiter. Wir litten unter Margen Darm und ernährten uns nur noch von Chicken McNuggets. Auf der Terrasse flogen ständig Vögel herum, und man bekam Kot ab. Eine absolute Zumutung, vor allem, weil Stühle und Tische voller Vogelkot waren und unbeaufsichtigtes Essen Gefahr lief, aufgepickt zu werden.

Eine Liege am Pool zu bekommen, war ein echter Kampf. Ich habe mir die Mühe gemacht und die Liegen gezählt, es waren 96. Bei voller Ausbuchung des Hotel waren dort aber circa 500 Gäste. So waren bereits Abends ab 20 Uhr die Liegen für den nächsten Tag mit Badetüchern reserviert und spätestens um 23 Uhr keine Liege für den nächsten Tag mehr frei waren. Unglaublich, aber wahr. Die Liegen und der Pool sahen wenig einladend aus. Die Liegen größtenteils funktionsuntüchtig, die Auflagen vergilbt und fleckig. Die Schirmständer der Sonnenschirme verrostet, die Standfüße aus unbearbeiteten, scharfkantigen Beton. Wenig Trost bot der verchlorte, stinkende Pool. Im Wasser trieb gelber Schleim, am Rand trat man auf zersprungene Fließen. In der Umkleidekabine gab es keine Lüftung. Aber dafür Ameisen. Nur wer über Brüste verfügte, genoss an der Poolbar die Vorzüge des All-inclusive. Für Männer galt: ein Getränk, 30 Minuten Wartezeit. Die am Pool angebotenen Snacks lagen von morgens bis abends in der direkten Sonne. Echt widerlich. Der Katalog gab zwei Pools an. Den zweiten durfte allerdings nur Bewohnern des Nachbarhotels nutzen. Das galt auch für das Hallenbad und den Chill Out Bereich. Auf der Toilette am Pool fehlte ständig Toilettenpapier. Wenn man Bescheid sagte, hieß es immer “Ich bin dafür nicht zuständig”. Das Personal zeigte sich überhaupt sehr unfreundlich. Keinen interessierte es, wenn man etwas zu beanstanden hatte. Der Service war miserabel. Ein Lächeln huschte den Mitarbeitern nie über die Lippen. Gegrinst hat nur der Mann, der am Nachmittag die Poolpflanzen mit Fäkalien düngte. Es roch wirklich abartig. Und das bei der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit.

Das Hotel verfügte über einen eigenen Tunnel, der unter der Straße verlief und einen direkt zum Strand führte. Der Tunnel war vermodert und roch nach allem möglichen. Und dann wollten die einem da drin noch was verkaufen. Der Strand war total verschmutzt. Nah an der Anlage, jedoch Beton auf Beton. Von Urlaubsstimmung konnte in keiner Minute die Rede sein. Kinderspielplätze erinnerten mehr an Abstellplätze für Huftiere. Abgesehen vom überall herumliegenden Hundekot waren alle Geräte reparaturbedürftig. Der unter dem Sand befindliche steinige Untergrund stellte beim Beachvolleyball eine erhebliche Gefahr dar. Vorsicht beim Hechtbagger, unter dem Sand kommt Beton durch!

Die Tretboote waren auch schon aus dem Wasser. Jedoch wäre es nicht so schön gewesen damit in einer “wundervollen Lagune” zu fahren, an deren Ufer Öl schwimmt. Wer nicht ausreichend Trinkgeld gab, der bekam auch keinen Termin zum Katamaran fahren. Ins Meer zu gehen, war wegen der algenbewachsenen, glatten Felsplatten lebensgefährlich. Laut Katalog wurde im Hotel Animation groß geschrieben. Die Darbietungen waren aber mehr als öde. Die Animateure sprachen nur russisch. Nur wer klatschte, den beachteten sie. Leider waren in der Umgebung alle Restaurants geschlossen.

An der Hotelbar bekamen All-inclusive-Gäste ihre Getränke aus Zahnarztbechern, 125-Milliliter. Bier servierten die Kellner in Wein- und Schnapsgläsern. Die sollten mal passende Gläser besorgen. An der Bar sollte man bis 23 Uhr trinken dürfen. Stand man um 22:50 Uhr da, bekam man nichts mehr oder musste überteuert zahlen. Die Kellner zählten, wieviel Getränken man auf dem Tisch hatte. Wenn man Nachschub wollte und man hatte noch einen Schluck im Plastikbecher, machten sie einen doof an. Nach dem Essen, wenn man noch gemütlich das All Inklusive-Angebot nutzen wollte, drehten sie uns plötzlich das Licht ab. Als wir uns beschwerten, terrorisierte uns der Nachtwächter mit Beschimpfungen unterster Schublade.

Abends gingen wir mit Ohrenschutz ins Bett, da sehr laute Musik von der Strandbar dröhnte. Mit kleinen Kindern nicht zu empfehlen. Beträchtig war auch die nächtliche Lärmbelästigung durch das britische Pub gegenüber des Hotels. Wir schiefen quasi direkt neben der Bühne. So laut waren die Darbietungen der einzelnen Karaoke-Künstler, die jede Nacht bis circa vier Uhr Songs von Robbie Williams, Abba und Amy Winehouse schmetterten. Die Beschallung durch singende und grölende Pubgäste ging auch nach vier Uhr weiter. Um Punkt 3:30 Uhr startet die benachbarte Disco mit unerträglich lauter Musik bis 9:00 Uhr morgens. Schlafen unmöglich.

Unser Frühstück nahmen wir an der “wundervollen” Bucht in einem großen weißen Plastikzelt ein. Das Frühstück ist sehr einfach gehalten. Es gab jeden Tag dasselbe. Sie servierten eine Art Toast, der hin und wieder schimmelig war. Der Saft am Morgen war Pulver und megasüß. Das Personal, das kein Wort deutsch sprach, war am Morgen besonders unfreundlich. Die Putzfrauen, die niemals sauber machten, schrien schon früh um 7:00 Uhr vor den Zimmern rum. An Ausschlafen war nicht zu denken.
Am Tag der Abreise trafen wir eine Frau, die konnte unsere Kritik überhaupt nicht nachvollziehen. Sie warnte noch ein paar Neuankömmlinge: „Lasst euch bloß nicht von dem negativen Geschwafel dieser Mecker-Deutschen beeinflussen!“