Heitere Zeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da sich der tunesische Volksaufstand offenbar noch nicht zu den Servern des Präsidentenpalastes vorgekämpft hat, bleibt ein kleines Zeitfenster, um die gelungene Selbstdarstellung des geflohenen Ex-Präsidenten zu würdigen. Auf seiner Homepage ist eine Biografie von Ben Ali zu lesen, die angesichts der aktuellen Ereignisse interessant zu lesen ist. Hier ein paar Ausschnitte.

“Früh am Morgen des 7. November 1987 erfahren die Tunesier, dass sie ein neues Staatsoberhaupt haben: Präsident Zine El Abidine Ben Ali. Über Rundfunk verkündet er in einer feierlichen Ansprache den Anbruch einer neuen Ära für Tunesien und ruft die Tunesier zum Aufbau einer gerechten, ausgeglichenen, demokratischen und dem Fortschritt resolut zugewandten Gesellschaft auf. Im ganzen Land wird der eingetretene Wandel mit Erleichterung aufgenommen. Der neue Staatschef stellt der Nation das Projekt einer offenen, integrierten und solidarischen Gesellschaft in Aussicht. Damit kündigt sich der Anfang einer neuen Ära der Leistung und der Strebsamkeit, in Hinblick auf die Errichtung einer versprechend heiteren Zukunft für das Land.”

“Während um den damaligen, durch Alter und Erkrankung geschwächten Staatspräsidenten Habib Bourguiba die krassesten Hofintrigen gesponnen werden, bleibt Ben Ali darauf bedacht, sich allen Seilschaften und Clanbildungen fernzuhalten.”

“Auf politischer Ebene kehrt ein Klima der Entspannung und nationalen Eintracht ein. Zahlreiche Maßnahmen werden getroffen, um eine echte Demokratie zustande zu bringen und die Prämisse eines Rechtsstaats zu legen.”

“Die novellierte Verfassung schafft die Präsidentschaft auf Lebensdauer und die automatische Nachfolge im Amt des Staatsoberhaupts ab.”

“Eine Reihe von Initiativen und Maßnahmen sorgt für die Förderung der Medienlandschaft. Viermal (1988, 1993, 2001 und 2006) wird das Pressegesetzwerk novelliert, um seine zeitgemäße und liberale Ausrichtung weiter zu stützen und den Journalisten die angemessenen Voraussetzungen zur Ausübung ihrer Tätigkeit zu gewähren.”

“Aus Überzeugung und von Natur her von liberaler Gesinnung, erhob Präsident Ben Ali die Menschenrechte zu einer Konstante seiner Politik, und zwar gemäß einer globalen Anschauung, die die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte mit den bürgerlichen und politischen Rechten in Einklang bringt.”

“Weltweit wird Tunesien für den Erfolg seines Entwicklungsmodells gewürdigt und mit Lob bedacht. Manche Insider sprechen gar von einem „tunesischen Wirtschaftswunder“.