In diesem finsteren Tunnel machte Kommissar Schimanski seine Stunts

_MG_5907Thanners Wohnung lag am Brückenturm in Duisburg. Von dort aus geht es die Dammstraße herunter, bis zu der Stelle, an der Horst Schimanski in “Duisburg-Ruhrort” zu seiner ersten Leiche, passenderweise der eines Binnenschiffers gerufen wird. “Damals stand der Pegel Ruhrort so hoch, dass die Frauen vom Balkon aus den Kapitänen die Hand reichen konnten”, sagt Stadtführerin Dagmar Dahmen. Das schleichende Verschwinden ist auch hier feststellbar. Wenn in “Duisburg- Ruhrort” Schimanski im Bett der “Anker-Wirtin” Lilo aufwacht, sind im Fenster die Kräne der Mercatorinsel erkennbar. Heute nicht mehr. Vergleichsweise unverändert die “Schifferbörse”, auf dessen Parkplatz Thanners Volvo einst mit Farbe attackiert wurde. In der Folge “Unter Brüdern” kommt es in der Schifferbörse zu einem denkwürdigen Treffen von Schimanski, Thaler und Kollegen von “Polizeiruf 110″.
Wenige Laufminuten nördlich finden sich mit dem kleinen Werfthafen zwischen Ruhrorter Straße, Alte Duisburger Straße und Vinckeufer in Ruhrort zwei der wohl beliebtesten Schauplätze der Schimanski-Tatorte: Lünnemanns Loch und das Gelände der Firma Kleinholz. Das „Loch“ ist eine wassergefüllte, nach der alten Lünnemanns Werft benannte Hafenausbuchtung. Dort, wo es früher zu den Binnenschiffen hinabging, ist heute die von der Künstlerin Heide Weidele Anfang der 90er Jahre blau ausgemalte „Blauen Grotte“ zu besichtigen. “Sie soll Nachts beleuchtet sein, ist sie aber nicht”, sagt Dahmen. In “Lünnemann Dock” (Foto oben) gleich nebenan lag in “Duisburg-Ruhrort” Wittingers Rheinschiff. In “Freunde” schweißte Schimanski hier mit Kumpel Frieder dessen Schiff zusammen. In “Schimanskis Waffe” diente das kleine Werftgelände der Familie Spilonska als Werkstatt, und in “Einzelhaft” fanden die Ermittler hier die Leiche einer Prostituierten. Der Werfthafen befindet sich wie viele der alten Drehorte in gefährdeten Zustand. Die 1871 errichtete Haniel-Kesselschmiede wurde nach einem Brand kurzerhand abgerissen. Das Haniel- Magazinhaus von 1862 verfällt. Denkmalschutz besteht. “In Duisburg hat so etwas allerdings keine große Bedeutung”, sagt Stadtführerin Dahmen.

So scheiden sich auch am Matenatunnel (Foto links) in Duisburg-Bruckhausen die Geister. Die einen wollen ihn zuschütten, die anderen unter Denkmalschutz stellen. Während der Schimanski-”Tatort” war kurvenreiche, etwa 400 Meter langer Tunnel eine vielgenutzte Filmkulisse. Straßenbelag und Wände des wegen Baufälligkeit gesperrten, 1911 unter dem heute noch aktiven Stahlwerk von Thyssen-Krupp errichteten Tunnels sind marode und mit Ablagerungen übersät. Das über dem Fußgängerweg noch gelblich scheinende Leuchtband sorgt für eine gespenstische Atmosphäre – und bietet jedem, der sich trotz Verbots und Absperrungen hier hineintraut, Orientierung.