Im Grunde genommen hat dieser Typ das Licht neu erfunden. Einfach unglaublich!

Der Kameramann und Regisseur Jack Cardiff war der Impressionist unter den Pionieren in der Anwendung des Technicolor-Verfahrens. Jemand, der Bilder schuf, die an Gemälde der Impressionisten gemahnen. Wie Stanley Kubrick war sich Cardiff der überragenden Bedeutung des Lichtes bewusst. Und wie der „Barry Lyndon“-Regisseur bezog er dieses Wissen aus der Begeisterung für die Malerei: einfache Beleuchtung, auch bei schwierigen Bedingungen. Von den Impressionisten wusste Cardiff, dass sie Personen, die auf einer Wiese sitzen, grünes Licht im Gesicht widerscheinen ließen. So verwendete Cardiff Grünfilter, gut zu erkennen in den tropisch-feuchten Bildkompositionen in „Black Narcissus“ (1947), einer Arbeit für Michael Powell/Emeric Pressburger. Vergleichbar brillante Filmbilder schuf Takeshi Kitano in „Dolls“. Das zum Leben erweckten Bunraku-Puppenpaar traumwandelt unter anderem durch eine Allee von weißen Kirschbäumen, die in voller Blüte stehen. Eine konsequente Rückbesinnung. Waren es doch japanische Farbholzschnitte, welche die Impressionisten in ihren Theorien über Farbe und Form bestätigten und entscheidend beeinflussten.