Ihr Humor ist ebenso skurril wie die Art, in der Sie sich kleiden, Mr. Hess

Wer zu großem Vermögen gelangt, dem öffnet sich eine Welt der Annehmlichkeiten. Für jede Handreichung lässt sich ein dienstbarer Geist finden, und die Beschäftigung von Butlern, Nannys und Köchen ist oft nur der Anfang. Paritätische Gleichberechtigung ist dabei nicht die Regel. Der Reiche kann wahlweise als gütiger Herr, aber auch als despotischer Tyrann auftreten. Unterhaltsamer ist zweifellos die zweite Variante, wie exemplarisch die amerikanische TV-Serie „Der Denver-Clan“ zeigt. In ihr brilliert Joan Collins als rachsüchtige Ex-Frau und intrigantes Biest. Wer Alexis Colby in die Quere kommt, den überzieht sie mit beißender Häme. Gegenüber ihrem Personal gibt sich Alexis unduldsam und herrisch. Dabei erkennt sie instinktiv den wunden Punkt ihres Gegenübers, und macht ihn zum Ziel ihres Hohns.
Bei Mr. Hess zum Beispiel ist es die Kleidung. Hess schnüffelt als Privatdetektiv in Diensten von Alexis im Leben anderer Menschen herum. Offenbar bezahlt sie ihm dafür ein kleines Vermögen, im Gegenzug aber muss Hess Beleidigungen einstecken, die sich grundsätzlich auf seine Kleidung beziehen. So entspinnt sich in Episode 59 „Feuerteufel“ (USA 1983) der folgende Dialog:

Mr. Hess: „Das werden sie bereuen, Mrs. Colby.“
Alexis: „Mr. Hess, wenn ich Ihnen einen Rat geben darf: Sehen Sie sich im Fernsehen nicht andauernd die alten Filme mit diesen übertriebenen Dialogen an. Und noch etwas: Wenn Sie wider Erwarten von irgendjemand Geld bekommen sollten – kaufen Sie sich ein neues Jackett. Das schreckliche Muster, das Sie tragen, muss Ihnen doch schon zum Hals raushängen.“

Nachtragend wie sie ist, nimmt Alexis in Episode 193 „Ein teuflischer Plan“ (USA 1988) den Faden wieder auf:

Mr. Hess: „Ich bin ein Nachtmensch. Hätten Sie nicht gesagt, es sei dringend, wäre ich nicht gekommen.“
Alexis: „Ich habe einen Job für Sie. Und meine Bezahlung wird Sie sicher für den Verlust Ihres Schönheitsschlafes entschädigen.“
Mr. Hess: „Was wollen Sie?“
Alexis: „Informationen über meinen Mann.“
Mr. Hess: „Ha-ha –über welchen?“
Alexis: „Ihr Humor ist ebenso skurril wie die Art, in der Sie sich kleiden, Mr. Hess.“