Kommen wir gleich zum Punkt. In den 70er Jahren war Autofahren viel cooler

111 autos 70er galerie jpgWer sich mit dem Kraftfahrzeug von südlicher Richtung aus kommend Hamburg nähert und über die Köhlbrandbrücke – die aufgrund hoher Kosten der notwendigen Erneuerung der Stahlbetonpfeiler spätestens im Jahr 2028 abgerissen soll – durch das Reiherstiegviertel fährt, erlebt einen seltsamen Effekt. Obwohl man sich im großstädtischen Raum befindet, gibt es hier kaum Verkehr. Diese Ruhe, gepaart mit dem Anblick von Industriebauten und Hafenanlagen, lässt quasi in der Jetztzeit ein Verkehrserlebnis der 70er Jahre zu. Während im Jahr 1960 in der Bundesrepublik auf je 1000 Einwohner nur 71 Pkw kamen, waren es im Jahr 1997 in Deutschland 504 Pkw je 1000 Einwohner. Ohne viel Phantasie kann man sich die ungeheure Verdichtung des Straßenverkehrs vorstellen. Obwohl mit weniger Sicherheitstechnik ausgestattet, verfügten also Fahrzeuge, die sich in den 70er Jahren auf deutschen Straßen bewegten, über weitaus mehr Bewegungsfreiheit. Dies ist exemplarisch auch in “Tatort”-Folgen der 70er Jahre zu besichtigen, in denen sich Opel Admiral, Ro 80 und BMW 2002 noch nicht Stoßstange an Stoßstange drängen mussten. Dafür gab es noch ausreichend Gelegenheit zum heute fast vergessenen “Kavalierstart”. In der sehenswerten Tatortfolge “Transit ins Jenseits” (1976) beginnt damit nahezu jede Fahrt.